Buchtipp: Wald ohne Bäume

Ein Wald ohne Bäume? Hanna Harms erzählt in ihrem Sachcomic, wie der Wald entstand, wie er funktioniert und was menschliche Eingriffe verändern. Das Zusammenspiel von Wissenschaft und Kunst eröffnet einen ungewohnten Blick auf das Thema Nachhaltigkeit.

Wie ist der Wald entstanden, wie funktioniert er – und was geschieht, wenn wir in dieses Gefüge eingreifen? In ihrem Sachcomic erzählt Hanna Harms die Geschichte des Waldes und lädt dazu ein, genauer hinzusehen.

Vom ersten Leben zum Wald von morgen

Die Reise beginnt lange vor den ersten Bäumen: beim Ursprung des Lebens. Von dort führt „Wald ohne Bäume“ zu den frühen Pflanzen, zur Entstehung der Wälder und zum Zusammenspiel ihrer Lebewesen. Schließlich richtet Harms den Blick auf die Eingriffe des Menschen und die Frage, wie Wälder geschützt werden können.

Wissenschaftliche Bilder neu gesehen

Besonders reizvoll ist die Bildsprache. Harms greift Formen auf, die an Illustrationen aus Physik- und Biologiebüchern erinnern: Strukturen, Abläufe und Zusammenhänge werden sichtbar. Zugleich verfremdet sie diese vertrauten Darstellungen künstlerisch. So entstehen Bilder, die wissenschaftliche Inhalte aufgreifen und einen neuen Blick darauf eröffnen.

Zwischen Fachsprache und Poesie

Auch die Texte spielen mit der Sprache der Wissenschaft. Harms übernimmt stellenweise ihr Vokabular und ihren sachlichen Ton, verwandelt beides aber immer wieder: Aus knappen Erklärungen werden beinahe lyrische Passagen, aus Beobachtungen mitunter pathetische Appelle.
So erschließt dieses Zusammenspiel von Wissenschaft und Kunst das Thema Nachhaltigkeit aus einer ungewohnten Perspektive und erreicht auch ein Publikum, das von konventionellen Darstellungen des Themas vielleicht schon gesättigt ist.

Altersempfehlung: Ab 13 Jahren

Hanna Harms: Wald ohne Bäume. Carlesen Verlag, 2026.